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Beschreibung
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Das Jahr 2016, war europaweit geprägt von einer Vielzahl von Anschlägen und terroristischen
Attentaten, die in der Bevölkerung massive Unsicherheit verursacht und die Erwartbarkeit
künftiger Anschläge erhöht haben. Der terroristische Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am
Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016, bei dem elf Menschen getötet und 55 weitere
Menschen verletzt wurden und die nachfolgende Debatte um die Früherkennung derartiger
Vorfälle hat gezeigt, dass auch zukünftig in Deutschland von weiteren Angriffen und entsprechend
so erzeugten Großschadenslagen ausgegangen werden muss. In Anbetracht dessen
ist es von besonderer Bedeutung sich proaktiv auf diese Bedrohung einzustellen und funktionierende
sowie wirkungsvolle Interventionen zu entwickeln und sicherzustellen, um Opfer und
Ersthelfer zu schützen sowie früh und umfassend zu unterstützen. Dabei ist auf die psychosoziale
Notfallversorgung (PSNV) zu fokussieren, die parallel zur medizinischen Erstversorgung
für die Früherkennung von psychosozialen Belastungsfolgen nach belastenden Notfällen bzw.
Einsatzsituationen und die Vermittlung von adäquaten Hilfen für Betroffene zur Erfahrungsverarbeitung
zuständig ist.
Auf der Basis der Kooperation mit acht Organisationen der psychosozialen Notfallversorgung
ist es Ziel des geplanten Projektes, im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes
die Zusammenarbeit, konkrete Arbeitsweise und Ausgestaltung der PSNV in der Akutphase
einer Großschadenslage anhand des Interventionsgeschehens nach dem Anschlag auf dem
Berliner Weihnachtsmarkt 2016 rekonstruktiv zu untersuchen und aus der Analyse Empfehlungen
für die künftige Organisation, die operative Arbeitsweise und den Umgang mit Schnittstellen
abzuleiten und Qualitätskriterien zu formulieren. Das Projekt möchte herausfinden, was
aus der Sicht der beteiligten Akteure benötigt wird, damit das Netzwerkwissen der PSNV-Akteure
seine größtmögliche Wirksamkeit entfalten und eine bestmögliche Unterstützung von
betroffenen Personengruppen gewährleistet werden kann. Hierfür sollen Standards auf der
Basis bestehender Rahmenkonzepte und Vereinbarungen konkretisiert und den am Projekt
beteiligten Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Neben dem unmittelbaren Nutzen der
erwarteten Projektergebnisse für die Berliner Akteure der PSNV ist als mittelfristiger und langfristiger
Nutzen hervorzuheben, dass eine funktionierende und wirksame Notfallversorgung
auf der Basis lokaler zivilgesellschaftlicher Netzwerke ganz entscheidend dazu beiträgt, die
Resilienz der Bevölkerung im Umgang mit terroristischen Anschlägen und anderen Großschadenslagen
zu stärken.
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